Michael Maibach’s Arbeiten bewegen sich zwischen Malerei, Zeichnung, Skulptur und Mode. Im Zentrum stehen fragile, häufig androgyne Figuren, deren Körper zugleich Schutzraum, Projektionsfläche und Träger psychischer Spannung sind. Sie erscheinen entrückt, verletzlich und majestätisch – zwischen innerem Selbstbild, gesellschaftlicher Rolle und traumhafter Gestalt.

Die Arbeiten entstehen aus Träumen, Erinnerungen und inneren Bildern, aber auch aus Beobachtungen über Herkunft, Verlust, Männlichkeit, Familie, Macht und Identität. Kleidung erscheint dabei nicht nur als äußere Form, sondern als Rüstung, Last oder Erweiterung des Körpers. Wiederkehrende Tiere, Kronen, Ketten, Schlüssel und organische Ovale bilden eine offene Symbolsprache, deren Bedeutung sich innerhalb jedes Werkes verändert.

Maibachs Bildräume bleiben bewusst unvollständig. Rohe Konturen, geschichtete Farbflächen, transparente Übermalungen und materielle Brüche lassen die Werke zwischen Entstehung und Auflösung stehen. Statt abgeschlossene Erzählungen zu liefern, erzeugen sie psychologische Räume, in denen Stärke und Unsicherheit, Schönheit und Fremdheit, Bindung und Freiheit gleichzeitig sichtbar werden.

Michael Maibach, geboren 1994 in Nagold, lebt und arbeitet in Reutlingen und Nagold.

Nach seiner Ausbildung im Modedesign entwickelte er eine interdisziplinäre Praxis zwischen Malerei, Zeichnung, Skulptur und konzeptioneller Mode. Seine Arbeiten untersuchen fragile Körperbilder, innere Würde, Erinnerung, gesellschaftliche Rollen und die Beziehung zwischen Schutz und Verletzlichkeit. Seit 2017 wurden seine Werke in Einzel- und Gruppenausstellungen im Raum Stuttgart gezeigt.

Skizzenhafte Zeichnung eines Gesichts mit Augen, Nase, Lippen und Ohren, ergänzt durch Linien und Farben, die Gesichtszüge stilisiert darstellen.
Schüssel mit Wasser, umgeben von Rosatönen, abstraktes Kunstwerk

Kreise der Zeit und Verbundenheit:

In den Werken spielt der Kreis eine zentrale Rolle, die über die einfache geometrische Form hinausgeht. Der Kreis ist das Symbol für Unendlichkeit, Zeitlosigkeit und die ewige Suche nach Ganzheit. In jedem Gemälde repräsentieren die Kreise den unendlichen Fluss der Zeit, in dem Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft untrennbar miteinander verbunden sind. Diese Zeitlosigkeit spiegelt sich in den Träumen wider, die oft als Quelle der Inspiration dienen und die fließende Natur des Bewusstseins erfassen.

Die miteinander verbundenen Kreise in den Kompositionen verkörpern die Reise zur Selbstfindung. Sie symbolisieren die verschiedenen Facetten des Selbst, die im ständigen Bestreben nach Harmonie und Vollkommenheit zusammengeführt werden. Jeder Kreis ist ein Teil eines größeren Ganzen, das in seiner Gesamtheit die innere Reise und das Streben nach persönlicher Einheit reflektiert.

Darüber hinaus repräsentiert der Kreis in diesen Werken die tiefgreifende Verbundenheit zwischen Menschen, Ideen und Gefühlen. Die Kreisketten stehen für die komplexen Netzwerke von Beziehungen, die uns alle miteinander verbinden. Diese Verbindungen sind wie Träume – flüchtig, doch kraftvoll; unsichtbar, doch allgegenwärtig. Sie drücken die universelle Wahrheit aus, dass unser Leben und unsere Erfahrungen stets miteinander verflochten sind.

Die Kreise in den Werken von Michael Maibach laden den Betrachter ein, über die Zusammenhänge zwischen Zeit, Selbst und Beziehungen nachzudenken. Sie erinnern uns daran, dass unser Streben nach Ganzheit und Verbundenheit nicht nur in unseren Träumen, sondern auch in der Realität von Bedeutung ist. Durch die Verschmelzung dieser Konzepte schafft Michael Michael eine visuelle Sprache, die sowohl zeitlos als auch zutiefst menschlich ist.

English:

Michael Maibach’s practice moves between painting, drawing, sculpture, and fashion. At its centre are fragile, often androgynous figures whose bodies function simultaneously as shelters, projections, and carriers of psychological tension. They appear detached, vulnerable, and majestic — suspended between inner self-image, social role, and dreamlike being.

The works emerge from dreams, memories, and internal images, as well as from observations of origin, loss, masculinity, family, power, and identity. Clothing does not merely dress the body; it becomes armour, burden, or bodily extension. Recurring animals, crowns, chains, keys, and organic ovals form an open symbolic language whose meaning shifts from one work to another.

Maibach’s pictorial spaces remain deliberately unresolved. Raw contours, layered fields of colour, translucent overpainting, and material ruptures leave the works suspended between formation and dissolution. Rather than presenting fixed narratives, they create psychological spaces in which strength and uncertainty, beauty and estrangement, attachment and freedom remain visible at the same time.

Michael Maibach was born in Nagold, Germany, in 1994 and lives and works in Reutlingen and Nagold.

Trained in fashion design, he developed an interdisciplinary practice spanning painting, drawing, sculpture, and conceptual fashion. His work examines fragile representations of the body, inner dignity, memory, social roles, and the tension between protection and vulnerability.

Circles of time and connectedness:

In the works, the circle plays a central role that goes beyond the simple geometric form. The circle is the symbol of infinity, timelessness and the eternal search for wholeness. In each painting, the circles represent the infinite flow of time, in which past, present and future are inextricably linked. This timelessness is reflected in the dreams, which often serve as a source of inspiration and capture the fluid nature of consciousness.

The interconnected circles in the compositions embody the journey to self-discovery. They symbolize the different facets of the self that are brought together in the constant pursuit of harmony and perfection. Each circle is a part of a larger whole, which in its entirety reflects the inner journey and the pursuit of personal unity.

Furthermore, the circle in these works represents the profound interconnectedness between people, ideas and feelings. The chains of circles stand for the complex networks of relationships that connect us all. These connections are like dreams - fleeting, yet powerful; invisible, yet omnipresent. They express the universal truth that our lives and experiences are always intertwined.

The circles in Michael Maibach's works invite the viewer to reflect on the connections between time, self and relationships. They remind us that our quest for wholeness and connectedness is not only important in our dreams, but also in reality. By merging these concepts, Michael Michael creates a visual language that is both timeless and deeply human.

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